1[4]
Wie soll man handeln? So daß das Einzelne möglichst erhalten bleibt? Oder so daß die Rasse möglichst erhalten bleibt? Oder so daß eine andere Rasse möglichst erhalten bleibt? (Moralität der Thiere) Oder so daß das Leben überhaupt erhalten bleibt? Oder so daß die höchsten Gattungen des Lebens erhalten bleiben? Die Interessen dieser verschiedenen Sphären gehen auseinander. Aber was sind höchste Gattungen? Giebt die Höhe des Intellekts oder die Güte oder die Kraft den Ausschlag? In Bezug auf diese allgemeinsten Maaßstäbe für das Handeln gab es kein Nachdenken, geschweige denn Übereinstimmung.
1[18]
Wenn man ein so außerordentliches Wohlgefallen an seinen Werken hat und ihretwegen sich selber überhebt, so setzt man sich in der Rangordnung der Geister herab: denn es liegt nun nicht mehr viel daran, was man über andere Werke und Menschen urtheilt. Man hat die große Feuer-Probe der Gerechtigkeit nicht bestanden und darf nicht mehr auf dem Richterstuhle sitzen wollen.
1[22]
Giebt es etwas Wichtigeres und Wirksameres, als jeden Menschen seiner Bekanntschaft als einen schwierigen Prozeß anzusehen, vermöge dessen sich eine spezifische Art Wohlsein durchsetzen möchte: erst wenn dies Wohlsein erreicht ist, ist das Gleichgewicht zwischen ihm und uns Allen hergestellt; von da an theilt er von seiner Freude mit und drängt sich doch nicht in die Sphäre der Anderen, er steht als kräftiger Baum unter anderen Bäumen, in der Freiheit des Waldes.
1[31]
Das Bedürfniß, sich über alle Sachen auszusprechen, die uns quälen — ließ Gott dem Christen immer gegenwärtig erscheinen; für die gröberen phantasieärmeren Naturen schuf die Kirche seinen Vertreter, den Beichtvater. Warum will man sich aussprechen? Weil eine Lust dabei ist, eine Vergewaltigung des Anderen, dem wir unser Leid zu hören, mitzuempfinden, mitzutragen geben — Gott als Sündenbock muß auch Beichtvater sein.
1[43]
Moralität als Hinderniß der Erfindungen. Der Erfindsame, der zu faul ist, erfindet die Maschine und das Thier: der Ehrsüchtige die Staaten, der Versteller das Schauspiel usw. — Der vernünftige Mensch lebt von den Errungenschaften der Erfindsamen.
Sittlich ist die vernünftige Handlung thun, deren Zwecke und Mittel gebilligt werden.
Nur sittlich: da verarmt die Menschheit es wird nichts erfunden.
1[46]
Gesetzt, es würde durch die Wissenschaft sehr vielen zufriedenen Vorstellungen und mancher angenehmen Faulheit ein Ende gemacht, so wirkt sie ungesund. Aber dagegen ist zu rechnen, daß sie sehr viele Unzufriedenheit beseitigt und namentlich die schrecklichen Vorstellungen aller bösen Philosophien und Religionen, daß wir durch und durch böse sind und harten Bußen entgegengehen.
1[50]
Bisher hat von den 2 Hauptmotiven die Furcht vor dem Schmerz ganz übermächtig mehr gewirkt als das Trachten nach Freude. Man kannte gar zu wenig Freuden und gar zu viele Gefahren. — Hier zeigt sich im Ganzen die Zurückgebliebenheit des Menschen, je nachdem die Motive der Furcht gröber verfeinert oder erblaßt und von den Motiven der Freude überleuchtet sind.
1[55]
Wer sich auf prachtvolle moralische Attitüden versteht, den rechne man unter die Hanswürste Kaprizen-Seiltänzer Feuerfresser und andere Künstler, die für die arbeitende Masse da sind, diese hat solche Lust am Unwahrscheinlichen und Verrückten; ich habe die besten Menschen in ihren besten Handlungen immer etwas beschämt und kurzathmig gefunden. Es giebt schon eine Art moralische Augen zu machen, wodurch der ganze Kerl verdächtig wird. Die Tugend ohne Scham vor sich selber ist nichts als eine List.
1[57]
Das Gute, das Ausgezeichnete thun, ohne Lob dafür zu erwarten, zu stolz sein, Lob dafür anzunehmen, und einen geringschätzenden Blick für den Allzudreisten, welcher trotzdem lobt, bereit halten, und an diese männliche Praxis Jedermann aus seiner Umgebung gewöhnen; das Gelobtwerden aber den weiblicheren und künstlerischen Naturen gestehen und es da auch gelten lassen, weil diese Naturen ihr Bestes nicht aus Stolz, sondern aus Gründen der Eitelkeit thun. — Das ist das Rechte! Wenn wir es nur in Stunden der vollen Kraft ebenso als das Rechte empfänden, so ist dies gewiß kein Einwand dagegen. Für den Kranken und Müden mag etwas Lob als Würze oder Betäubung nöthig sein. — Zwischen gerechtem und ungerechtem Lobe mache ich hier keinen Unterschied und ebensowenig zwischen gerechtem und ungerechtem Tadel: letzteren sollen wir nicht nur gelten lassen, sondern herausfordern und ermuthigen; vermöge umfänglichen und jederzeit erklingenden Tadelns, sei dieses gerecht oder ungerecht, erheben wir uns über uns selber, denn wir sehen damit uns so, wie wir erscheinen, und zwar in unbestochenen Augen.
1[60]
„Alle Menschen sind Sünder“ ist eine solche Übertreibung, wie „alle Menschen sind Irre“, auf welche Ärzte gerathen könnten. Hier sind die Gradunterschiede außer Acht gelassen, und das Wort und die Empfindung, welche der abnorme äußerste Grad erweckt hat, sind auf das ganze verwandte Seelenleben der mittleren und niederen Grade mit übertragen. Man hat die Menschheit schrecklich gemacht, dadurch daß man eine Abnormität in ihr Wesen verlegte.
1[63]
Grundsatz: in der gesamten Geschichte der Menschheit bisher kein Zweck, keine vernünftige geheime Leitung, kein Instinkt, sondern Zufall, Zufall, Zufall — und mancher günstige. Diese sind ins Licht zu setzen. Wir dürfen kein falsches Vertrauen haben und am allerwenigsten uns weiter auf den Zufall verlassen. Derselbe ist in den meisten Fällen ein sinnloser Zerstörer.
1[66]
Willkürliche Handlungen — das ist eigentlich ein negativer Begriff — Handlungen welche nicht unwillkürlich, nicht automatisch, ohne Zwecke verlaufen. Das Positive, was man dabei empfindet, ist ein Irrthum. „Unwillkürlich“ das ist eigentlich der positive Begriff. Streng genommen, sind willkürliche Handlungen zwei unwillkürliche, welche zeitlich aneinander schließen, eine Gehirnbewegung, welcher eine Muskelbewegung nachfolgt, ohne ihre Wirkung zu sein.
1[67]
Die größte Mannichfaltigkeit der menschlichen Existenz-Bedingungen aufrecht erhalten und nicht mit einem moralischen Codex die Menschen uniformiren — dies ist das allgemeinste Mittel, den günstigen Zufall vorzubereiten. — Bisher hat sich die Menschheit keinen Zweck gesetzt, welchen sie als Ganzes erreichen will — vielleicht geschieht es einmal. Einstweilen, da der Zweck fehlt, sind auch keine Mittel dazu erkenntlich. Inzwischen ist die möglichst große Masse solcher Individuen herzustellen welche individuelles Wohlbefinden haben — was sich gegenseitig bedingt — das allgemeinste
1[70]
Alles, was lebt, bewegt sich; diese Thätigkeit ist nicht um bestimmter Zwecke willen da, es ist eben das Leben selber. Die Menschheit als Ganzes ist in ihren Bewegungen ohne Zwecke und Ziele, es ist darin von vornherein kein Wille: wohl aber wäre es nicht unmöglich, daß der Mensch einmal einen Zweck hineinlegte: so wie gewisse ursprünglich zwecklose Bewegungen der Thiere zum Dienst ihrer Ernährung verwandt werden.
1[71]
Bei Siegesfesten geht die siegreiche Armee fast zu Grunde, der Sieger streicht den Tag schwarz an und erholt sich ein Jahr lang nicht von dieser Strapatze — aber die Straßenjungen aller Geschlechter und Lebensalter sind glücklich. Doch muß man zugeben daß es billigere Mittel <giebt>, sie glücklich und zwar sehr viel glücklicher zu machen.
1[73]
In unseren Schulen wird die jüdische Geschichte als die heilige vorgetragen: Abraham ist uns mehr als irgend eine Person der griechischen oder deutschen Geschichte: und von dem, was wir bei Davids Psalmen empfinden, ist das, was das Lesen Pindars oder Petrarca’s in uns erregt, so verschieden wie die Heimat von der Fremde. Dieser Zug zu Erzeugnissen einer asiatischen, sehr fernen und sehr absonderlichen Rasse ist vielleicht inmitten der Verworrenheit unserer modernen Cultur eine der wenigen sicheren Erscheinungen, welche noch über dem Gegensatz von Bildung und Unbildung erhaben stehen: die stärkste sittliche Nachwirkung des Christenthums, welches sich nicht an Völker sondern an Menschen wendete und deshalb gar kein Arg dabei hatte, den Menschen der indogermanischen Rasse das Religionsbuch eines semitischen Volkes in die Hand zu geben. Erwägt man aber welche Anstrengungen das nichtsemitische Europa gemacht hat, um diese fremdartige kleine jüdische Welt sich recht nahe ans Herz zu legen, sich über nichts darin mehr zu wundern, sondern sich nur über sich selbst und seine Befremdung zu wundern — so hat vielleicht in nichts Europa sich so sehr selbst überwunden wie in dieser Aneignung der jüdischen Litteratur. Das jetzige europäische Gefühl für die Bibel ist der größte Sieg über die Beschränktheit der Rasse und über den Dünkel, daß für Jeden eigentlich nur das werthvoll sei, was sein Großvater und dessen Großvater gesagt und gethan haben. Dieses Gefühl ist so mächtig, daß wer sich jetzt frei und erkennender zur Geschichte der Juden stellen will, erst viele Mühe nöthig hat, um aus der allzugroßen Nähe und Vertraulichkeit herauszukommen und das Jüdische wieder als fremdartig zu empfinden. Denn Europa hat sich selber zu einem guten Theil in die Bibel hineinlegen und im Ganzen und Großen etwas Ähnliches thun müssen, wie die Puritaner Englands, welche ihre Sonntage, ihre Gewohnheiten, ihre Zeitgenossen, ihre Kriege, ihre kleinen und großen Schicksale in dem jüdischen Buche aufgezeichnet (prophezeit) fanden. — Was aber sagt der Europäer, welcher nach dem Vorzug der altjüdischen Litteratur vor allen anderen alten Litteraturen gefragt wird: „Es ist mehr Moral darin“. Das heißt aber: es ist mehr von der Moral darin, welche jetzt in Europa anerkannt wird: und dies heißt wiederum nichts anderes als: Europa hat die jüdische Moralität angenommen und hält diese für bessere, höhere, der gegenwärtigen Gesittung und Erkenntniß angemessenere als die arabische, griechische, indische, chinesische. — Was ist der Charakter dieser Moralität? Sind die Europäer wirklich vermöge dieses moralischen Charakters die ersten und herrschenden Menschen des Erdballs? Aber wonach bemißt man den Rang der verschiedenen Moralitäten? Zudem wollen es die Nicht-Europäer wie die Chinesen gar nicht Wort haben, daß die Europäer sich durch Moralität vor ihnen auszeichneten. Es gehört vielleicht mit zum Wesen der jüdischen Moralität, daß sie sich für die erste und höchste hält: es ist vielleicht eine Einbildung. Ja man kann fragen: giebt es überhaupt eine Rangordnung der Moralität<en>? Giebt es einen Kanon, der über allen waltet, das Sittliche definirt ohne Rücksicht auf Volk, Zeit, Umstände, Erkenntnißgrad? Oder ist eine Ingredienz aller Moralen, der Grad von Anpassung an die Erkenntniß, vielleicht das, was eine Rangordnung der Moralen ermöglicht?
1[78]
Das Urtheil sehr arbeitsamer und thätiger Zeitalter über den Werth des Lebens klingt immer sehr desperat: man dachte über das Leben nach, wenn man nicht mehr arbeiten konnte und müde war. Die Griechen dachten besser vom Leben, dafür waren sie das Volk der Muße: sie arbeiteten eigentlich zur Erholung vom Müßiggang, und ihr Nachdenken kam aus frischer Kraft.
1[79]
„In den Augen liegt die Seele”: die gewöhnliche Art der Bewegungen und der Muskelcontraktionen herum verräth, wozu die Augen zumeist gebraucht werden: Denker haben einen vollen klaren oder durchdringenden Blick; das Auge des Ängstlichen scheut sich ganz hinzusehen; der Neidische streift von der Seite und will etwas erhaschen. Auch wenn einer gar nicht im Dienste dieser Empfindungen sehen will, so zeigt die Stellung des Auges doch die Gewöhnung an.
1[82]
Schopenhauer, der letzte der die ethische Bedeut<ung> des Daseins vertritt: er fügt seinen kräftigen Trumpf bei, ohne welchen er uns nichts schenkt und welcher in den Augen der einen Gattung seiner Leser seine Glaubwürdigkeit ebenso verstärkt als sie derselbe in den Augen einer anderen Gattung verringert.
1[84]
Die ärmliche Handvoll Wissen, womit die heutige Erziehung den Gebildeten abfindet, scheint diesen engen und pfäffischen Köpfen schon zu viel, sie bekommen Angst, es möchte der Kunst ein Abbruch geschehen, und dieselbe sich nicht mehr so dünkelhaft gebärden dürfen, wie es jetzt wohl geschieht. — Die Nothstände welche bei jenen seltenen Menschen entstehen, in denen die Wissenschaft ein gewaltiges Feuer ist, dürften solche Köpfe wahrlich nicht im Munde führen
1[96]
Das ganze vergangene Zeitalter ist das der Furcht. Man lernt die Dinge wie sie in anderen Köpfen sind, man lernt, wie sie geschätzt werden, man thut dasselbe in Betreff der Mittel. Man ängstigt sich, abzuweichen, aufzufallen. Unsere Fertigkeiten sind das, was Anderen nutzt und Freude macht. — Unsere größte Freude ist Anderen zu gefallen, unsere beständige Furcht ist, ihnen nicht gefallen zu können. — Dies hat die einsiedlerische Thierheit gebändigt.
1[97]
Wer eine herrschende Leidenschaft hat, der empfindet bei der Ausnahmehandlung einen Gewissensbiß z.B. der Jude (bei Stendhal) der verliebt ist und Geld für ein Armband von seinem Geschäft bei Seite legt, oder Napoleon nach einer generösen Handlung, der Diplomat, der einmal ehrlich gewesen ist usw.
1[107]
Überall wo es eine furchteinflößende Macht giebt, die befiehlt und gebietet, entsteht Moralität d.h. die Gewohnheit zu thun und zu lassen, wie jene Macht will, der das Wohlgefühl auf dem Fuße folgt, der Gefahr entronnen zu sein: während im umgekehrten Falle das Gewissen sich regt, die Stimme der Furcht vor dem Kommenden, des Verdrusses über das Gethane usw. Es giebt persönliche Mächte, wie Fürsten, Generale, Vorgesetzte, dann Abstrakte wie Staat Gesellschaft, endlich imaginirte Wesen, wie Gott, die Tugend, der kategorische Imperativ usw.
1[109]
Es giebt bei jeder Handlung 1) das wirkliche Motiv das verschwiegen wird 2) das präsentable eingeständliche Motiv. Letzteres geht von uns aus, von unserer Freude, unserem Individuum, wir stellen uns individuell damit. Ersteres aber hat die Rücksicht auf das, was die Andern denken, wir handeln, wie jeder handelt, wir präsentiren uns als Individuen, aber handeln als Gattungswesen. Komisch! Z.B. ich suche ein Amt 2) „ich bin es mir schuldig, mich nützlich zu machen“ 1) „Ich will meines Amtes wegen von den Andern respektirt werden“.
1[116]
Es giebt Menschen welche ihre nicht eben landläufigen Gedanken nicht anders mitzutheilen wissen als indem sie dabei an aller Welt ihren Ärger auslassen. Das heißt doch seine Meinungen etwas zu theuer auf den Markt bringen. Giebt es aber oft solche Käuze, so entsteht ein Vorurtheil gegen alle nicht landläufigen Meinungen, wie als ob Zank, Verdruß, Verleumdung Verbitterung Niedertracht ihre nothwendigen Begleiter sein müßten.
1[117]
Handlungen der Gewohnheit („sittlich“ unter Umständen genannt) sind Mechanismen ohne Bewußtsein, so wenig moralisch wie die Thätigkeit einer aufgezogenen Spieluhr. Weder „frei“ noch mit „bewußter Aufopferung“, noch „für Andere“ — aber angenehm und nützlich und deshalb mit dem höchsten Prädikate bezeichnet.
1[119]
Um die Moral haben sich im Ganzen immer nur die sehr moralischen Menschen bekümmert, meistens in der Absicht, sie zu steigern. Was Wunder, daß eigentlich die unmoralischen und durchschnittlichen Menschen dabei fast unbekannt geblieben sind! Die moralischen Menschen haben über sie phantasirt und vielfach ihre Phantasien den Leuten in den Kopf gesetzt.
1[122]
Schopenhauer’s Theorie ist unpsychologisch. Sehr leidende oder sorgende Menschen sind ohne Mitleid. Wenn wir alles vergangene Elend wiederkäuen, welches die Menschheit erlitten hat, so werden wir krank und schwach. Man muß den Blick abwenden. Nur glückliche Menschen sind zur Historie geeignet.
1[123]
Falscher Begriff des Genie’s in jetziger Zeit: man verehrt den wilden Intellekt und verachtet den gezähmten d.h. man ist der Moralität müde.
Die Consequenz der Moralität ist der Sand. Kritik der bisherigen Moralität, dadurch daß man ihre Resultate in der Zukunft aufzeigt.
Nothwendigkeit antimoralischer Theorien.
1[125]
Wollen d.h. ich stelle mir den Erfolg einer Handlung vor
dieser Erfolg hat diesen oder jenen Werth für mich
diese Werthschätzung hat diese oder jene Ursachen
der Erfolg bedingt diese oder jene Aktion als Mittel,
die mir <aus> meiner Erfahrung bekannt und noch
viele andre welche mir nicht bewußt sein können.
Also was will ich
Absicht: warum will ich
Motiv: was treibt mich zu dieser Schätzung?
Die Absicht geht auf etwas das für uns Werth hat.
Wie erreiche ich das Ziel?
Das Motiv ist die Ursache der Werthschätzung
1[126]
Wir vergessen immer das Wesentlichste, weil es am nächsten liegt z.B. beim Spielen die Spontaneität, das fortwährende Tasten und Tappen der Bewegung. Die Folgen jeder Bewegung lehren uns.
Worte schweben uns fortwährend vor, daraus bilden sich die Gedanken. Im Auge zahllose Figuren fortwährend — — —
1[127]
Die wenigsten Handlungen geschehen nach Zwecken, die meisten sind nur Thätigkeiten, Bewegungen, in denen sich eine Kraft entladet. Die Resultate, die sich am Ende ihrer Bahn ergeben, bringen uns bei öfterem Wiederholen auf den Gedanken von Ursache und Wirkung d.h. wir erzeugen willkürlich eine Vorstellung und deren Werthschätzung, und dabei geräth unwillkürlich der Mechanismus in Bewegung, dessen Resultat unserem Willen entspricht.